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Der Hallmarkt

Halle hat im Zentrum so viele enge Straßen.
Der Hallmarkt wirkt dagegen riesengroß.

Gehen wir in Gedanken 300 Jahre zurück:

© G. Kröber Das Gebiet des "Thals" mit den Salzbrunnen und Siedestätten

Hier sind nur die Wohnhäuser und andere Gebäude schraffiert dargestellt.

Alle weißen Objekte sind die Siedestätten (Kote)

Die blauen Quadrate geben die Position der Brunnen an:
1 Hackeborn, 2 Meteritzbrunnen, 3 Deutscher Brunnen, 4 Gutjahrbrunnen

Gelb - ein Stück Marktkirche

Die Strichlinien zeigen die Bauflucht des heutigen Hallmarktes.

Die rote Linie verkörpert die hübsche Bretterwand, die den Hallmarkt heute nach Westen harmonisch abschließt.

 

Viel Arbeit im "Thal"

Auf dem Gebiet des heutigen Hallmarkts befand sich jahrhundertelang der Standort der Salzgewinnung. Dort hatte sich ein reiner Produktionsbereich mit einer Trennung von Arbeiten und Wohnen herausgebildet, lange bevor dies in anderen Zweigen der produktiven Tätigkeit üblich wurde.
Durch die Konzentration von zahlreichen Arbeitskräften auf verhältnismäßig engem Raum (auf einer Fläche von rd. 3 ha befanden sich zeitweilig etwa 100 Kote oder Siedehäuser) entwickelte sich sehr frühzeitig ein durchorganisierter Arbeitsablauf mit einer genau festgelegten Arbeitsteilung. Dadurch entstand aber auch ein lebendiges Bewußtsein der gemeinsamen gesellschaftlichen Situation und der Antrieb zum gemeinsamen Handeln.

Es ist daher kein Zufall, sondern eine zwangsläufige Konsequenz, daß die Halloren schon früher als andere Schichten zu einem fortschrittlichen und organisierten Teil der halleschen Bevölkerung wurden.
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Abriß

Das Gelände zwischen Abriß und Neubau (1883)

Nach dem Tiefstand während des Dreißigjährigen Krieges konnte die Salzproduktion in der Folgezeit trotz verschiedener Belebungsversuche nicht wieder auf die alte Höhe gebracht werden.

Daran konnte auch der Bau der gemeinschaftlichen Siedehäuser (1798) nichts ändern. Im Jahre 1869 wurde die Salzproduktion im "Thal" ganz eingestellt. Aus dem wichtigsten Gebiet der Stadt, auf das sich jahrhundertelang ihre Existenz gründete, war eine wüste, verlassene Fläche geworden.

Ihre günstige Lage zum Markt veranlaßte den Rat der Stadt, diese Fläche 1885 als Ganzes zu erwerben und hier einen zweiten Marktplatz, den heutigen Hallmarkt anzulegen. Wenn er auch, außerhalb des Fußgängerstroms gelegen, funktionell nicht die hervorragende Bedeutung des Obermarktes erlangen konnte, ist seine städtebaulich-räumliche Gestaltung durchaus seiner zentralen Lage angemessen.

 

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© Foto: Geschichtsmuseum

Text nach Dr. phil. Dipl.-Ing. Gerhard Kröber, Das städtebauliche Leitbild zur Umgestaltung unserer Städte. Dargestellt am Beispiel der Stadt Halle, verlag bauwesen, 1980
Die Abb. war ursprünglich eine vom Autor gefertigte einfarbige Federstrichzeichnung.

Der Autor ist vielen Hallensern bekannt durch seine langjährige, sehr erfolgreiche Tätigkeit als Stadtarchitekt von Halle. Die Stadt schuldet ihm Dank für vieles, was damals geleistet wurde und für die bewußte Unterlassung so manchen Unfugs.