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HalleLujah

Markt mit 2 Kirchen



Die sehr ungeordnete, unklare städtebauliche Situation, die der Hallenser Marktplatz am Anfang des 16. Jahrhunderts bot, verlangte dringend eine Veränderung. Es war kein großer freier Platz vorhanden: der jetzige Marktplatz wurde von den Friedhöfen der beiden Kirchen (St.Gertrud und St.Marien) sowie zahlreichen Gebäuden und Buden eingenommen.

Mit der Fertigstellung des Roten Turmes (1506) war das erste Gebäude errichtet, das in der Folge dem halleschen Obermarkt sein unverwechselbares Aussehen gab.

1508 wird begonnen, die Kaufhäuser, Gewandkammern, Buden und Scharren abzureißen.
St.Gertrud und St.Marien
In der Folgezeit entwickeln sich Vorstellungen, die beiden Kirchen abzureißen und durch eine große zu ersetzen.

Kirche und Stadt waren anfangs dagegen, aber der Stadtherr Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, setzte sich durch.

Baudaten

Zeitraum Maßnahme
1529 Abriss der Marienkirche. Einrichtungsstücke werden aus St.Marien nach St.Gertrud gebracht. Dort werden die Gottesdienste abgehalten.
1534 war der erste Teil der neuen Marienkirche errichtet und eingedeckt. (Hallescher Ratsbaumeister Caspar Kraft)
1540/41

wird die fertige östliche Hälfte geweiht.
Caspar Kraft war während der Bautätigkeiten im Jahre 1540 verstorben.
St.Gertrud und neu: St.Marien, östlicher Teil

15. 4. 1541
(Karfreitag)
Die erste lutherische Predigt wird gehalten durch Justus Jonas. (Eigentlich war die Kirche als katholisches Gotteshaus errichtet worden.)

18. 4. 1541




Das Abendmahl wird durch Justus Jonas in beiderlei Gestalt gereicht - der Sieg der Reformation in Halle ist besiegelt.
Kardinal Albrecht war gezwungen worden, die Stadt Halle zu verlassen.
Martin Luther predigt dreimal im fertigen Ostteil der neuen Marienkirche.
1545



Nickel Hoffmann setzt den Bau planmäßig nach Westen fort. (St.Gertrud war abgerissen worden.) Die Hausmannstürme (das sind die beiden östlichen) werden aufgestockt und mit Hauben bekrönt. Sie werden durch einen Laufgang miteinander verbunden.
1554 Nickel Hoffmann vollendet den Bau.
neu: St.Marien

Der von Caspar Kraft und Nickel Hoffmann errichtete Hallenbau gehört zu den späten Werken der Gotik in Deutschland.

Die Marktkirche in Halle fügt sich als eines der letzten Werke in die Reihe der obersächsischen Hallenkirchen ein.

Seit Jahrhunderten bestimmt die fünftürmige Silhouette (Blaue Türme am Hallmarkt, Hausmannstürme und Roter Turm am Markt) das Stadtbild Halles.

 

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© Text: nach Sibylle Harksen, Die Marktkirche St.Marien zu Halle an der Saale
in: Das christliche Denkmal, Union Verlag, 1984, H. 67

Abb. nach einer Karte des FB Vermessung über die Ergebnisse der Ausgrabungen am Markt aus: Amtlicher Stadtplan 2006, Begleitheft, Mittelseite
und nach einer Darstellung der Marktkirche aus: Architekturfhr. DDR, Bez. Halle, verlag bauwesen, 1977, S. 24 (gewendet)