Schienenfahrzeuge aus Halle

Heute wird viel über die Schließung des Waggonbau-Werkes in Halle-Ammendorf gesprochen.
Dieses Unternehmen bestand mehr als 180 Jahre!


Der Druck hat nicht ausgereicht!


In der Großen Steinstraße hatte alles angefangen. Der Unternehmer Gottfried Lindner begründete 1823 hier seine Wagenbau-Firma, eines der 3 damals in Halle ansässigen Wagenbau-Unternehmen.

Lindner war einer der ersten Lieferanten der halleschen Straßenbahnen.
Als es in der Innenstadt zu eng wurde, zog der Betrieb 1903 in seine neue Produktionsstätte an der Merseburger Straße in der südlichen Vorstadt.

Jahrzehntelang bildeten die Ammendorfer Erzeugnisse einen großen Teil des Wagenparks der halleschen Straßenbahnbetriebe.
1902 war der Betriebshof Ammendorf der Straßenbahn eröffnet worden. Lindner hatte eine eigene Gleisverbindung zu diesem Depot.

Auch außerhalb Deutschlands schätzte man die Ammendorfer Qualitätsarbeit. Produkte aus Halle-Ammendorf waren im 20. Jahrhundert auf fast allen Schienennetzen Europas unterwegs.

Nach dem II. Weltkrieg bis in die 90er wurden im Waggonbau Halle-Ammendorf vor allem Weitstrecken-Reisezugwagen hergestellt, die in die ehem. Sowjetunion, die Mongolei, nach China, Griechenland und Ägypten geliefert wurden.

Wer einen Blick in das Werk in den 60ern werfen möchte, sollte sich den Film Der geteilte Himmel von Konrad Wolf nach dem Buch von Christa Wolf ansehen.

Bis vor wenigen Jahren war das Ammendorfer Werk Teil der DWA. Als ihr größter Betrieb stellte Ammendorf Wagen für den ICE 2, Doppelstock-Schienenbusse und andere Fahrzeuge für den Nahverkehr her.
Aber auch Weitstrecken-Wagen waren noch im Programm.


 

Dann gehörte das Werk dem namhaften kanadischen Schienenfahrzeughersteller Bombardier an, der diesen traditionellen Standort zuerst ausgenutzt und dann zerstört hat.

 

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Abb.: Hallesche Verkehrsbetr., DWA, Gelbe Seiten, DB